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Keine Gewalt! 

TEXTE und ZITATE


Aus der Bibel

Gleiches Recht:


3.Mose 24,22
22 Es soll [a] ein und dasselbe Recht unter euch sein für den Fremdling wie für den Einheimischen; ich bin der HERR, euer Gott.
a) Kap 19,34; 2. Mose 12,49
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2.Mose 23,12
12 Sechs Tage sollst du deine Arbeit tun; aber am siebenten Tage sollst du feiern, auf dass dein Rind und Esel ruhen und deiner Sklavin Sohn und der Fremdling sich erquicken. [a]
a) Kap 20,8-11
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10 Auch sollst du in deinem Weinberg nicht Nachlese halten noch die abgefallenen Beeren auflesen, sondern dem Armen und Fremdling sollst du es lassen; ich bin der HERR, euer Gott.
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Fürsorge:

Mal 3,5
5 Und ich will zu euch kommen zum Gericht und will ein schneller Zeuge sein gegen die Zauberer, Ehebrecher, Meineidigen und gegen die, die Gewalt und Unrecht tun den Tagelöhnern, Witwen und Waisen und die den Fremdling drücken und mich nicht fürchten, spricht der HERR Zebaoth
Mal 3,5
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Worterklärung

 Fremdling im Alten Testament: Wer den angestammten Sippenverband verlassen hat, in der Fremde Zuflucht suchte und dort als Schutzbürger gewisse Rechte genießt, ohne Vollbürger zu sein. Auch ein Israelit, der sich im Gebiet eines anderen israelitischen Stamms aufhält, kann als Fremdling bezeichnet werden

Aus der theologischen Literatur:

 

Bibel - Christentum - Gewalt
 

Deutsches Pfarrerblatt
9/2000


© 1999 Deutsches Pfarrerblatt

 



Dr. Wolfgang Herrmann, Jgg. 1940; seit 1972 Pfarrer in Holzappel; Gastprofessur und Lehraufträge für Sozialethik und Praktische Theologie an den Universitäten Marburg und Gießen; Sprecher kirchlicher Sendungen beim SWR seit 1976; zahlreiche Publikationen zu unterschiedlichen Themen.



Eine Übersicht
»Es gibt ein Bild von Paul Klee, das Angelus Novus heißt. Ein Engel ist darauf dargestellt, der aussieht, als wäre er im Begriff, sich von etwas zu entfernen, worauf er starrt. Seine Augen sind aufgerissen, sein Mund steht offen, und seine Flügel sind ausgespannt. Der Engel der Geschichte muß so aussehen. Er hat das Antlitz der Vergangenheit zugewendet. Wo eine Kette von Begebenheiten vor uns erscheint, da sieht er eine einzige Katastrophe, die unablässig Trümmer auf Trümmer häuft und sie ihm vor die Füße schleudert. Er möchte wohl verweilen, die Toten wecken und das Zerschlagene zusammenfügen. Aber ein Sturm weht vom Paradiese her, der sich in seinen Flügeln verfangen hat und so stark ist, daß der Engel sie nicht mehr schließen kann. Dieser Sturm treibt ihn unaufhaltsam in die Zukunft, der er den Rücken kehrt, während der Trümmerhaufen vor ihm zum Himmel wächst. Das, was wir den Fortschritt nennen, ist dieser Sturm.«1

Wenn im kommenden Jahr die vom Ökumenischen Rat der Kirchen ausgerufene »Dekade zur Überwindung von Gewalt« beginnt, ist damit für die Kirchen eine doppelte Aufgabe gegeben: Sie werden ihre Anstrengungen darauf richten, noch stärker als bisher friedensstiftend und Gewalt verwandelnd zu handeln. Unsere von Gewalt durch und durch verseuchte Welt - bietet ein mehr als großes Arbeitsfeld. Gleichzeitig sollten die Kirchen aber auch alles daran setzen, ihre eigenen Verstrickungen in Gewalt aufzuklären. Gewalt ist der biblischen Tradition und der christlichen Geschichte nichts Äußerliches; sie ist ihnen vielmehr von der Wurzel her immanent.
Es macht keinen Sinn nur auf die Gewalt der Anderen voll Entsetzen und Abscheu zu blicken und sich der Opfer anzunehmen. Die christliche Geschichte wurzelt in archaischen Gewaltstrukturen. Himmlische und irdische heilige Kriege, Opferreligion und gewalthaltige Rituale aller Art im Namen und zu Ehren der Gottheit haben die Religions- und Kulturgeschichte des Abendlandes und des vorderorientalischen Kulturkreises geprägt. Diese Geschichte ist keineswegs eine Geschichte des Fortschritts zu weniger Gewalt und mehr Menschlichkeit, wie die Ereignisse des 20. Jahrhunderts und unserer Gegenwart zur Genüge beweisen.
Dennoch läßt sich auch eine hoffnungs- volle Linie wachsender Absage an die Gewalt in der Christenheit erkennen. Daß bei der Gründung des Ökumenischen Rates 1948 in Amsterdam von den Mitgliedskirchen der Satz akzeptiert und proklamiert wurde »Krieg darf nach Gottes Willen nicht sein«, hat eine deutliche Wende eingeleitet. Die pazifistische Tradition der klassischen Friedenskirchen wurde nun endlich auch zur Herausforderung an die überkommenen »Großkirchen« mit ihrer in die Geschichte der Kriege, des Kolonialismus und des Nationalismus unheilvoll verwickelten Kirchengeschichte.
Die Aufklärung der archaischen Grund- überzeugungen, die Gewalt legitimieren und freisetzen, ist dringend geboten. Dazu müssen die Kirchen mit der biblischen Überlieferung und ihrer eigenen Geschichte beginnen, sind doch eben diese beiden - Bibel und Kirchengeschichte - durchtränkt mit Erfahrungen von Gewalt. Im Folgenden versuche ich eine Übersicht zur Frage »Christentum als Religion der Gewalt«. Wobei der Genitiv als objektivus sowie als subjektivus zu lesen ist: Christlicher Glaube ist die Antwort auf Erfahrungen von Gewalt. Er ist aber aus seiner archaischen Geschichte heraus auch eine der Quellen von Gewalt.



I. Bilanz des Schreckens


So spricht der HERR, der Gott Israels: Ein jeder gürte seine Lenden und gehe durch das Lager hin und her von einem Tor zum anderen und erschlage seinen Bruder, Freund und Nächsten. … und fielen an dem Tage vom Volk dreitausend Mann. (Ex. 32, 27)

Würde man die Zahl der Toten in der Bibel zählen, die Opfer der Gewalt, es wäre eine schrecklichere Bilanz, als sie die Summe eines Fernsehmonats mit täglichen Nachrichten, Kriminal-, Kriegs- und Horrorfilmen, bieten könnte, Reportagen und Kulturprogramm inklusive: Ermordete, Kriegstote, Vergewaltigte, Versklavte, Opfer von Massenmorden und Naturkatastrophen. All das immer wieder eingebettet in Rachephantasien, Fluchrituale und apokalyptische Horrorvisionen.
Die Bibel sagt unverblümt, wie es ist: Gewalt allerorten, wie im Himmel so auf Erden. Sie ist nüchtern und realistisch ein Buch der Täter und Opfer, ein Buch menschlicher und göttlicher Verstrickungen in Gewalt. Die Bibel ist zu lesen als menschheitsgeschichtliches Protokoll der »Sünde«, das heißt: der Macht des Bösen und der Gewaltverhältnisse. Zugleich artikuliert sie den Protest gegen Gewalt, Widerstand gegen das Böse, fordert Solidarität mit den Opfern und formuliert Perspektiven der Überwindung und Visionen einer Welt ohne Gewalt. Die Geschichte der Christenheit zeigt die gleichen Verstrickungen und Gräßlichkeiten, ebenso aber auch Wege der Überwindung und des Friedens.


II. Menschheitsgeschichte besteht aus Erfahrungen der Gewalt


Da ging alles Fleisch unter, das sich auf Erden regte, an Vögeln, an Vieh, an wildem Getier und an allem, was da wimmelt auf Erden, und alle Menschen. (Gen. 7, 21)

Die biblische Urgeschichte faßt in Genesis 4-11 die Menschheitsgeschichte symbolisch zusammen. Sie beginnt mit dem unaufhebbaren Vorzeichen des Brudermordes. Abel ist das erste Opfer, ein Schuld- loser. Das aber ist kein »Einzelfall«, nein, die Menschheit ist unrettbar verseucht
von Sünde und Schuld. So rottet sie ihr Schöpfer in der Katastrophe der Sintflut - fast - wieder aus, ohne jedoch eine bessere, sündlose Welt zu schaffen. Die Geschichte geht weiter wie immer. - Auch wenn Gott den Bestand der Welt nunmehr garantiert, hindert ihn das nicht an grausamen Exempeln in Fällen besonders schwerwiegender Versündigung: Die brutale Vernichtung von Sodom und Gomorrha steht als Beispiel für die Preisgabe kompletter Lebenszusammenhänge unter die göttliche Faust. Göttliche und menschliche Gewalt bilden einen zunächst unauflösbaren Zusammenhang. Wie im Fall Noahs oder Lots ist Unschuld und Rettung die Ausnahme. Alsbald folgen neue Vergehen, setzt sich das Unheil fort (Noahs Söhne, Lots Töchter).
Wir hören auch von prometheischen und herkulischen Taten aus der Frühzeit der Menschheitsgeschichte: Stadtgründer und Erfinder wie Kain und seine Nachkommen kultivieren die »wilde« Natur und entwickeln zivilisatorische Strukturen, die das Überleben erleichtern. Wie Herakles ist auch Kain ein Heros der Zivilisation, den Gewalt ebenso auszeichnet wie Erfindungsgeist. Denn das Überleben in einer Natur, die alles andere als paradiesisch erlebt wird, erfordert Kampf und Tatkraft. Den »rohen« Naturgewalten, dem Chaos, setzen die Menschen ihre Ordnung durch die zivilisatorischen Energien der Technik und Wissenschaft entgegen. So findet die manifeste Gewalt, die sich gegen Abel richtet, ihr Pendant in der strukturellen Gewalt der Zivilisation. Aller Kultur ist gewalthaltiges Handeln zunächst einmal a priori immanent. Die ökologischen Folgeprobleme dieser kultivierenden Gewalt bekommen wir heute zu spüren.


Der gesamte Wortlaut findet sich bei:

http://www.deutsches-pfarrerblatt.de 

Keine Gewalt!
gRe
Ulm


info@keinegewalt.de

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